Internetbekanntschaften - pro und contra

Internetbekanntschaften - pro und contra
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Aber schließlich heißt es nicht umsonst: Wer nicht wagt, der nicht gewinnt.

Meine Einstellung mag vielleicht altmodisch erscheinen, aber für mich käme es nicht infrage, den Partner übers Internet zu suchen.

Außerdem finde ich es schade, dass der digitalisierte Mensch das Sichverlieben dem Internet überlässt. Lässt man die Tatsache, dass viele der registrierten Singles Betrüger/innen sind, die sich hinter einem Trickprofil verstecken und die Anonymität schamlos ausnutzen, beiseite, ist es einfach generell klar, dass die meisten nicht ganz ehrlich sind.

Sind die Leute zu faul, um das große Glück außerhalb der eigenen vier Wände zu suchen? Fünf Kilos hier abgezogen, drei attraktive Hobbys da hinzugefügt: Dass das erste Treffen deshalb oft eine Enttäuschung und die Erfolgsquote gleich null ist, weiß ich aus meinem Freundes- und Bekanntenkreis.

Das Netz verändert unsere Diskussionskultur von Grund auf. Wenn alle gleichzeitig reden, ist kein Gespräch mehr möglich. Diese Debatten müssen sein, wenn man Demokratie ernst nehmen will.

Rasend schnell werden dort Themen aufgegriffen, verhandelt und bewertet, jeder kann mitmachen – egal, ob er etwas zu sagen hat oder nicht. Hier finden Sie die Pro & Contra-Meinungen aus dem aktuellen Heft (04/16 »Die Zeit ist knapp«) in voller Länge.

Diejenigen, die diese Praktiken anprangern, die Edward Snowdens und viele andere, nennt man Verräter, weil sie dieses Wertesystem „Sicherheit über alles“ in Frage stellen. Das Internet ist also vor allem unser Platz, um die etablierten Wertesysteme, die uns durch die Medien und Machtstrukturen vermittelt werden, in Frage zu stellen.

Im Extremfall, wie bei Edward Snowden, werden die Unstimmigkeiten, die Lippenbekenntnisse dieser Wertesysteme enttarnt.

Folglich beschwört Mancher angesichts der weltweiten Proteste eine Renaissance der öffentlichen Plätze, also die Rückkehr zur in der physikalischen Welt verorteten Politik.

Aber dass man mal wieder irgendwo mit Demoschildern steht ist nicht die Agora 2.0 für die moderne Demokratie.

Klar kann man über das Internet eine/n Partner/in finden.

Es mag nicht immer leicht sein, aber das ist es im „realen“ Leben auch nicht. Man kann ungezwungen und locker mit Leuten kommunizieren und sich nett unterhalten.

Entstanden tatsächlich Beziehungen, so endeten sie bereits nach einigen Monaten.